Eine gute Nachricht für alle, die seit 2001 eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen und wieder gekündigt haben:

Sie können von den Versicherungsgesellschaften eine Nachzahlung fordern!

Die Verbraucherzentrale Hamburg informiert:

Das Landgericht Hamburg hat am 20. November 2009 in drei Urteilen gegen die Versicherungsgesellschaften Deutscher Ring, Hamburg-Mannheimer und Generali (Volksfürsorge) auf die Klagen der Verbraucherzentrale Hamburg entschieden, dass mehrere von den Versicherern verwendete Klauseln zur Kündigung und zur Beitragsfreistellung intransparent und damit unwirksam sind (Az.: 324 O 1116/07, 1136/07, 1153/07).

Dem Kunden sei „weder das volle Ausmaß seiner wirtschaftlichen Nachteile bei einer Kündigung vor Augen, noch wird eine Vergleichbarkeit mit anderen Angeboten, auch anderen Kapitalanlagen, erreicht“.
Verbraucher, die seit 2001 eine Kapitallebens- oder private Rentenversicherung abgeschlossen und seither gekündigt haben, können jetzt Nachschlag auf den meist mageren Rückkaufswert fordern.

Das Gericht folgt der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2005,
mit der die seinerzeit bis Herbst 2001 verwendeten Klauseln beanstandet worden waren.
Gegenstand der jetzt in Hamburg entschiedenen Verfahren sind die seit dem Herbst 2001
von fast allen Versicherungsunternehmen verwendeten neuen Klauseln.
Die Urteile haben also Grundsatzbedeutung für die gesamte Versicherungswirtschaft!

Jedes Jahr werden rund 4 Millionen Kapital bildende Versicherungen gekündigt.
Dann werden die Nachteile durch hohe Abschluss- und Vertriebskosten und
die nachteilige Kostenverrechnung sichtbar.
Die Kunden verlieren oft mehrere Tausend Euro pro Vertrag.
Dieser Missstand wird durch das o.g. Urteil nicht beseitigt, aber gemildert.
Wer kündigt, kann etwa die Hälfte des eingezahlten Geldes zurück fordern.
Liegt die Kündigung schon länger zurück, ist ein Nachschlag fällig.
Überdies ist ein Stornoabzug – eine Art Kündigungsstrafe – nicht mehr erlaubt.

Wir schätzen die Summe, die die Versicherungswirtschaft nun an die Verbraucher zahlen muss,
auf rund 12 Milliarden Euro.
Auch wenn die Versicherer Berufung gegen die Entscheidungen einlegen,
rät die Verbraucherzentrale:
„Betroffene sollten sofort ihre Ansprüche anmelden.
Die Versicherer werden die Kunden nicht von sich aus informieren,
sondern das Problem aussitzen“.
(Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg)

Mein Tipp:

Wenn Sie Ihren Vertrag gekündigt oder beitragsfrei gestellt haben, sollten Sie Ihre Ansprüche sichern.
Einen Musterbrief an die Versicherungsunternehmen können Sie sich hier als Word-Datei herunterladen.
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