5 Tipps

Tipp 1: Kleiner bauen
Den meisten „Häuslebauern“ schwebt eine Wohnfläche von 120 bis 150 qm vor.
Kleinere Häuser mit 100 qm haben jedoch einige beachtenswerte Vorteile:
1. Sie lassen sich bei Bedarf erweitern, wenn sie entsprechend geplant sind.
2. Sie sind alterstauglich, weil sie leichter zu versorgen sind.
3. Sie sind selten und deshalb auch wieder gut verkäuflich.
Verringern Sie deshalb die Wohnfläche auf die Größe, die Sie wirklich brauchen!
Die Anzahl der Zimmer muss dabei übrigens nicht unbedingt reduziert werden.
Es genügt meistens schon, wenn Sie auf 2 bis 3 qm pro Raum verzichten.
Dabei verlieren Sie kaum Wohnqualität, reduzieren jedoch Ihre Kosten.
Sparpotential gibt es auch in den so genannten Verkehrsräumen, z.B. den Fluren.
Ihre Baukosten sind ähnlich hoch wie bei den Wohnräumen, der Nutzen ist jedoch wesentlich geringer.
Tipp: Planen Sie "gefangene Zimmer" ein, die nur über andere Zimmer erreichbar sind.
So machen Sie aus (meist nutzlosen) Fluren (nützliche) Durchgangszimmer, gewinnen damit zusätzlichen Platz und sparen Kosten.

Tipp 2: Einfacher bauen
Etwas Einfachheit und Schlichtheit beim Bau schadet Ihrem „Wohngefühl“ nicht so sehr, wie es Ihrer Kasse nützt. Prüfen Sie daher, ob sich teuere Extras vielleicht später noch bequem nachrüsten lassen. Dazu gehört z. B. die Ausstattung der Badezimmer. Bei Bauträger-Häusern gibt es oft schon eine gute Standard-Ausstattung. Und Luxus-Einbauten wie z. B. exklusive Waschtische oder Handtuchwärmer rüsten Sie später nach, wenn wieder mehr Geld in der Kasse ist.
Einfacher bauen bedeutet auch, auf teuere Ideen bei der Planung zu verzichten.
Viereckige Grundrisse ohne Erker, Giebel, überdachte Terrassen und Ähnliches sind um einiges günstiger als aufwändige Planungsmodelle. So kostet ein zusätzlicher Erker mit ca. 2 qm Grundfläche zwischen 4.000 und 6.000 € zusätzlich! Und auch ein Balkon mit einer Grundfläche von 5 qm kostet bis zu 7.000 €!

Tipp 3: In Abschnitten bauen
Vielen Bauherren ist die Vorstellung ein Gräuel, lange Zeit auf einer Baustelle leben zu müssen. Deshalb werden schlüsselfertige Häuser gekauft, in die sofort eingezogen werden kann. Wenn der finanzielle Rahmen etwas enger ist, macht es vielleicht Sinn, über ein Ausbauhaus nachzudenken. Dabei bekommen Sie ein Haus in der gewünschten Größe, müssen aber den Innenausbau zu einem großen Teil in Eigenregie erledigen. Das können Sie als Hobby-Heimwerker selber in die Hand nehmen oder Sie engagieren Handwerker dann, wenn Sie das Geld dafür angespart haben. Der Vorteil für Sie: Sie können bereits im Haus wohnen und bauen Teile des Hauses (wie z. B. die Zimmer im Obergeschoss) nach und nach aus, wenn Sie Zeit und Geld dafür haben. Vorher ist jedoch gründlich zu prüfen, ob Sie dafür nicht nur die fachlichen Kenntnisse, sondern auch die Zeit haben! (s. Tipp 5!)

Tipp 4: Gemeinsam bauen
Beim Sparen helfen können Doppelhäuser. Mit einem Partner, der mit Ihnen das Grundstück teilt, sparen Sie schon an den Kosten für z. B. Erschließung des Hauses mit Wasser, Strom und Abwasser.
Und so gehen Sie vor, wenn Sie gemeinsam bauen wollen:
* Suchen Sie ein passendes Grundstück aus, das mit einem Doppelhaus bebaut werden darf. Vereinbaren Sie mit dem Verkäufer einen Zeitrahmen, in dem Sie einen anderen Käufer suchen können. Bieten Sie ihm notfalls einen Aufschlag auf den Kaufpreis von 0,5 % pro Monat, um seinen Zinsverlust auszugleichen.
* Suchen Sie einen Architekten oder Bauträger, der das Doppelhaus für Sie und Ihren Partner realisiert.
* Suchen Sie einen Baupartner, der sich mit Ihren Plänen (und mit Ihnen) anfreunden kann. Geben Sie dafür Anzeigen in der regionalen Presse auf oder sprechen Sie mit Ihrem Bauträger, der Ihnen vielleicht einen Partner vermitteln kann.

Tipp 5: Selbst bauen
Bei Eigenleistungen (s. auch Tipp 3) besteht die Gefahr der Selbstüberschätzung und der Unterschätzung des Zeitbedarfs. Einsparungen von 10 % an den Baukosten erfordern einen Zeitaufwand von 1.000 (bei Handwerker-Profis) bis zu 2.500 (bei Handwerker-Laien) Arbeitsstunden, die Sie auf Ihrer Baustelle selbst mitarbeiten müssen.
Wie viel 1.000 Stunden Selbsthilfe bedeuten, wird klar, wenn Sie sich Folgendes bewußt machen:
* Ihr gesamter Jahresurlaub von 30 Tagen ergibt gerade mal 240 Arbeitsstunden!
Sie müssten also mehr als 4 Jahre lang Ihren Jahresurlaub opfern, um die 1.000 Stunden Arbeit auf der Baustelle zu erreichen.
* Wenn Sie jeden Tag in Ihrem Feierabend noch 1 Stunde, an allen Wochenenden und während Ihres gesamten Urlaubs an Ihrem Bau arbeiten, brauchen Sie rund 1 Jahr, bis Sie 1.000 Stunden erreicht haben.
* Wenn Sie die Arbeit gleichmäßig auf alle 52 Wochen des Jahres verteilen, müssen Sie pro Woche fast 20 Stunden zusätzlich arbeiten.
Um abschätzen zu können, wie viel Ihrer Zeit eine Eigenleistung in Anspruch nimmt, lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag von einem Handwerker-Profi erstellen. Nehmen wir mal an, Sie wollen Ihr Badezimmer selbst fliesen. Ein Handwerker verlangt dafür z.B. 6.000 €. Auf das Material entfallen 1/3 der Kosten, 2/3 auf den Lohnanteil. Das heißt, der Fliesenleger würde als Lohn 4.000 € bekommen. Rechnen Sie einen Stundensatz von 50 € und Sie wissen, dass der Handwerker 80 Stunden eingeplant hat, um Ihr Bad zu fliesen. Sie selbst als Heimwerker brauchen vermutlich mindestens doppelt so lange - also 160 Stunden!

Haben Sie Fragen zu diesem Thema, brauchen Sie Hilfe?
Schreiben Sie mir einfach eine Mail!

Wolfgang Pecher

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